Jedes Jahr im April steht die Möbelwelt ganz im Zeichen des Designs. Die aktuellsten Wohntrends werden gezeigt, junge Designer präsentieren ihre neuesten Ideen und führende Möbelmarken zeigen ihre jüngsten Entwürfe. Und das alles passiert im italienischen Mailand, das dann kopfsteht. Jedes Jahr wieder!

Mailand, eine knappe Woche im April. Aus der ganzen Welt kommen alle, die auch nur irgendwie mit Einrichtung zu tun haben, nach Mailand, um sich darüber zu informieren, was hip and happening ist und in Zukunft sein wird. Nur diese eine Woche. Den Rest des Jahres ist jeder wieder eifrig damit beschäftigt, Mailand zu evaluieren und sich wieder auf Mailand vorzubereiten…

In Mailand selbst laufe ich mir hauptsächlich die Füße wund. Die Messe findet nicht nur auf dem Messegelände (so ähnlich wie das RAI, aber 10-mal so groß) statt, sondern auch außerhalb. In der ganzen Stadt werden Läden temporär leer geräumt und an Designer und Möbelmarken vermietet. Man fährt mit der U-Bahn von Pontius zu Pilatus und läuft sich Blasen an die Füße. Außer am Wochenende, dann ist es gerammelt voll mit italienischen Tagesgästen, die gemeinsam mit Kindern, Hund, Oma und Opa auch einen Blick auf all das Schöne werfen wollen, und deswegen kommt man nur langsam in der Menge vorwärts von Möbel zu Möbel.

"In der ganzen Stadt werden Läden temporär leer geräumt und an Designer und Möbelmarken vermietet."

Eine ziemlich ermüdende (aber sehr tolle) Beschäftigung also, diese Woche im April, aber die wahre Arbeit beginnt eigentlich erst zu Hause. Während die Blasen am Heilen sind, gehe ich noch tagelang zu Hause meine Fotos durch, um einen Trendbericht zu verfassen. Darin beschreibe ich, was mir in Mailand aufgefallen ist. Welche Trends ich kommen und welche ich gehen sah. Diesen Bericht verwendet unser Designteam dann als Nachschlagewerk beim Entwerfen der Zuiver-Produkte. So wurde zum Beispiel auch der Beistelltisch White Stone geboren.

Ich achte bei diesem Städtetrip auf Farben, Materialien, Formen, Designs und neue Anwendungen, die im Kommen sind. Die Teppiche Ziggy und Graphic mit ihren zugehörigen Kissen sind ein schönes Beispiel hierfür. Ich bleibe immer etwas länger bei den Präsentationen junger Designer stehen. Ich sehe mir genau an, womit sie sich beschäftigen. Sie sind oft so progressiv, dass man ganz enthusiastisch wird. Oft haben sie als Erste heraus, welche Materialien, Farben und Formen im Kommen sind. Obwohl ich mir bei manchen Sachen auch mal denke: „Was wollen sie damit nur erreichen?“

"Mit meinem Team kann ich dann minutenlang über das „Warum?“ diskutieren. "

Mit meinem Team kann ich dann minutenlang über das „Warum?“ diskutieren. Welche Beweggründe gibt es für einen Entwurf, welche Epoche möchte dieser Designer, diese Designerin einläuten und warum denkt er oder sie, dass dies erfolgreich sein wird… Zum Glück sind die Designer selbst auch immer dabei und sehr willig, zu erklären, was ein Entwurf bedeutet. Manchmal zeigt sich dann, dass wir so danebenlagen, dass uns die Geschichte des Designers extrem überrascht! Das ist wirklich toll!

Bei der Design Week in Mailand ist auch etwas Vorsicht geboten: Man kann unmöglich alles sehen. Daher ist es wichtig, sich vorab gut zu überlegen, welche Präsentationen man wirklich besuchen will, weil es zu viel für nur 5 Tage gibt. Schon allein der Salone del Mobile auf dem riesigen Messegelände, wo alle großen Möbelmarken der Welt vertreten sind, ist zu groß, um alles zu sehen. Daher muss man irgendwann einmal kapitulieren und sich ein italienisches Eis gönnen. Wir lassen nie einen Besuch in der Eisdiele Bastianello aus. Oder wie wäre es mit einem erfrischenden Getränk bei Boccino? Welche Trends habe ich in diesem Jahr entdeckt? Das erfahren Sie in meinem nächsten Blogeintrag, der in Kürze online sein wird!

Stay tuned!

Delen